Ab Oktober im Buchhandel: Das Erbe der Rauhnacht

Es gibt bald wieder einen neuen Roman von mir zu lesen!

Momentan sind die Temperaturen zwar noch sommerlich, aber die ersten Schokonikoläuse finden ihren Weg in die Hallen der Supermärkte, die nächste Adventszeit naht … Nach Weihnachten ist vor Weihnachten!

Zum Inhalt:

In den Rauhnächten öffnen sich die Grenzen

Das Erbe der Rauhnacht Cover

Der sechste Dezember. Ein düsterer Fremder schleppt sich zu einem versteckten Bauernhof im Wald. Trotz ihrer Angst pflegt Sophie den alten Wanderer. Er nennt sich Ruprecht, und er erzählt ihr vom Beginn einer Legende:

Im 16. Jahrhundert sucht die Wilde Jagd in den Rauhnächten Dörfer und Klöster heim: ein letztes Aufbäumen alter heidnischer Bräuche. Gegen den Willen seines Meisters Nikolo und trotz der Gefahr, als Verbrecher verfolgt zu werden, schließt sich der junge Knecht Rupp der Bande um Krampus an. Die wahre Anführerin der Wilden Jagd ist jedoch Perchta – geheimnisvoll, widersprüchlich, unnahbar.
Rupp setzt alles daran, die Anerkennung seiner Gefährten sowie Perchtas Liebe zu gewinnen. Doch sie stammen aus Welten, die weiter voneinander entfernt nicht sein könnten, und ihre Gegner sind mächtig.

Im Heute neigt sich Ruprechts Zeit ihrem Ende zu. Auch für Sophie mit ihrem dunklen Geheimnis entscheidet sich an Weihnachten Leben und Tod. Denn in den Rauhnächten öffnen sich die Grenzen zwischen den Welten …

Europäische Sagenfiguren zu neuem Leben erweckt.
Eine Gang im 16. Jahrhundert.
Eine aussichtslose Liebe.

Erscheinungstermin

Ab Oktober könnt ihr das Das Erbe der Rauhnacht über den Buchhandel beziehen. Es wird sowohl als Ebook wie auch als Taschenbuch erscheinen. Genre: Historische Fantasy, Liebe, Weihnachtsgeschichte – perfekt für die Einstimmung auf Weihnachten und kürzer werdende Abende mit einer Decke und einer Tasse heißer Schokoloade.

Über die Schriftstellerei

Schriftsteller können behaupten, wir würden uns in der Königsdisziplin der Kreativität tummeln. Mit einem leeren weißen Blatt und nicht mehr außer dem, was wir in uns selbst finden. Kein Malen nach Zahlen, sondern die Kunst, komplexe Welten, Handlungsstränge und Figuren aus dem Nichts und oft völlig allein zu erschaffen.

Aber erschaffen wir in der Schriftstellerei wirklich? Oder verfügen wir vor allem über die Fähigkeit, einem Wispern zu lauschen?

Erschaffen SchrifstellerInnen etwas? Oder greifen wir nur auf?

Worum geht es in der Schriftstellerei?

Für eine Schriftstellerin oder einen angehenden Autor lautet dabei die spannende Frage: Schreiben wir in erster Linie für uns selbst, für unsere Leser oder etwas/jemand Drittes?

Und wie definieren wir dann eigentlich Erfolg?

Stephen King bemerkt in seinem Buch ‘Das Leben und das Schreiben’, es ginge beim Schreiben in erster Linie darum, das Leben der Leser und das eigene zu bereichern, kurz: glücklich zu werden.

Andere Autoren würdem dem noch ein Element hinzufügen:

Die Muse

Über das Konzept der Muse, die durch uns schreibt, stolperte ich zum ersten Mal bei Steven Pressfield, Romanautor, Drehbuchautor und Verfasser von ‚The War of Art’, dessen Gedanken über das Schreiben und Storytelling ich sehr schätze. Andere würden anstelle der Muse eher von unserem Unbewussten oder Unterbewussten reden. Religiöse Menschen vielleicht von dem Göttlichen.

Damit wären wir wieder beim Lauschen. Und dass manche Geschichten einfach erzählt werden wollen.

Was ist es? – Genre & Story-Entwicklung

Es ist die schwierigste Zeit in meinem Autoren-Dasein: das „Herumrechnen“ an einer Romanidee. Funktioniert sie? Geht sie auf? Ist es spannend? Und vor allem: Was ist es?

Das ist keine Frage, die ich in den ersten Momenten, in denen sich eine Idee festzusetzen beginnt, beantworten könnte. Eine Saat ist gepflanzt, aber ob daraus ein Ahorn wird, ein Himbeerstrauch oder ein Grashalm ist noch völlig offen. Und das ist gut so. Denn sich zu früh festzulegen, hält die eigene Schaffenskraft unter einem Deckel.

Die ersten Schritte

Ich fange also an, rund um meine auslösende Idee eine Geschichte zu basteln. Grobe Plot-Bruchstücke tauchen auf. Figuren sammeln sich um meinen Protagonisten und gewinnen eine gewisse Kontur. Die Idee eines Themas, aus dem sich der rote Faden entwickelt, der die Geschichte zusammenhält, entsteht. – Das alles nicht unbedingt in dieser Reihenfolge je nachdem, was die ursprüngliche Idee ausgelöst hat. Doch egal, womit ich angefangen habe, recht bald stelle ich die Frage:

Um wen geht es?

Hilfreich ist dabei die Übung, den folgenden Satz zu vervollständigen: „Es geht um einen Mann, der …“
Z.B.: „Es geht um eine junge Keltin, die Seelen sehen kann und deren Gabe ihr von den Druiden geneidet wird.“ (Die Druidin)

Und dann, weitergedacht:
Was will diese Person? Was sucht sie?
Und was stellt sich ihr entgegen?

Was ist es? – Genre

In diesem Stadium der Story-Entwicklung tendieren verschiedene Varianten der Story in verschiedene Richtungen, je nachdem, worauf ich mein Augenmerk lege und wie ich die Hauptfiguren und ihre Bedürfnisse gestalte. Habe ich zwei Protagonisten, deren Leben sich verändert, weil sie zu einander finden? Wird es eine Liebesgeschichte? Oder ist es doch eher ein Road Trip, ein Reifungsplot, in dem der Protagonist „erwachsen“ wird, und die Liebesgeschichte ist nur die B-Story, sprich eine Nebengeschichte?

Es ist ganz normal, hier erst einmal in die Irre zu laufen. Ich habe die Geschichte, an der ich momentan arbeite, einmal grob bis zum dramatischen Ende gedacht. Ich dachte, es sei eine Liebesgeschichte. Dabei hatte ich jedoch schon die ganze Zeit das vage Gefühl, dass meine weibliche Hauptperson nicht wirklich zu einer klassisch romantischen Liebesgeschichte passt, und dass der Spannungsbogen des Ganzen zu flach, die Geschichte streckenweise banal ist. Ich hatte einen gefährlichen Moment in der Story-Entwicklung erreicht.

An diesem Moment kann einem ein Buch über Genre helfen. Vor allem wenn es wie Save the Cat goes to the Movies von Blake Snyder Genre nicht nach Tonalität (Komödie, Tragödie…) definiert, sondern nach Inhalten, Story-Mustern. Ich schaute mir an, was schreibe ich hier eigentlich? Welche Story-Muster bediene ich? Und was würde ich gerne schreiben? Ich entschied, die Liebesgeschichte ist lediglich die B-Story. Zwar ändern sich meine Protagonisten durch den jeweils anderen, aber für meinen Helden ist die Heldin nicht der Hauptgrund, aus dem heraus er sich entwickelt, reift, verändert. Anders ausgedrückt: Es dreht sich nicht nur um die Frau. Mein Haupt-Plot ist etwas anderes.

Eine gute Frage für jeden Autor – evtl. noch bevor überhaupt eine Idee gewälzt wird –ist hier: Was ist eigentlich mein Lieblingsgenre? Welche Arten von Geschichten lese/schaue ich mir am liebsten an?

Story-Entwicklung: Chaos und Struktur

Also wieder zurück an den Schreibtisch. Dieses Stadium der Entwicklung eines Romans läuft nicht nach Zeichenbrett. Es bringt das Gehirn zum Kochen, es ist chaotisch, doch man kann das Chaos strukturieren. Lass die Fragen nicht los, sei streng mit dir! Um wen und worum geht es? Was ist das Thema? Und was für eine Geschichte ist es?

Am Ende dieser ersten Konzipierungsphase fasse ich das Ganze in ein bis zwei Sätzen zusammenfassen (die sogenannte Logline). Und dann sollte ich entscheiden können: Kann diese Geschichte funktionieren?