United Airlines PR Desaster

Am 9. April geriet die Entfernung eines Passagiers aus einem United Airlines Flug zum Public Relations Desaster.

Der Grund? “Friendly skies” steht auf dem Papier, wurde jedoch als Wert nicht gelebt.

Freundlichkeit sucht nach Gewinnern. Nicht nach Verlierern.

Alternative Storyline – besser als alternative Fakten

Die folgende Durchsage ist rein fiktiv.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wie Sie bereits bemerkt haben, ist unser Flieger bis auf den letzten Platz ausgebucht. Leider müssten wir dringend eine Crew nach Louisville fliegen, wo ein weiterer Flieger mit  Reisenden auf sie wartet. Das heißt, unsere Fluglinie bräuchte vier Plätze, damit in Louisville die Menschen dort eine Crew vor Ort haben, die Sie zu ihren Lieben nach Hause, zu ihren Kunden oder in den wohl verdienten Urlaub fliegt.

Wir haben ja bereits nach Freiwilligen unter Ihnen gesucht, die gegen Kompensation unserer Crew auf diesem Flug ihre Plätze überlässt. Da sich leider bislang niemand gefunden hat, möchten wir jetzt auf ein unorthodoxes Mittel zurückgreifen, von dem wir hoffen, dass es diese ruhmlose Situation etwas versüßt und unser Problem löst:

Eine Lotterie, bei der es nur Gewinner gibt.

Wir brauchen, wie gesagt, vier Plätze. Wenn Sie nach vorne schauen, sehen Sie unsere Kollegin Stephanie (Name ausgedacht) mit unserer Passagierliste. Der Kapitän verbindet ihr jetzt die Augen – wir dachten, damit fühlen Sie sich besser, als wenn wir dem Kapitän die Augen verbinden.

Stephanie wird gleich blind einen Namen auf der Passagierliste auswählen. Das macht sie viermal. Jeder Passagier, der gezogen wird und der unser Angebot, seinen Platz für ein Crew-Mitglied zur Verfügung zu stellen, annimmt, erhält zu der bereits versprochenen Kompensation inklusive Vouchern über 800 $ einen Scheck über 1500 $. Natürlich können Sie das Angebot weiterhin ablehnen und Ihren Sitz auf diesem Flug behalten, dann wird unsere Glücksfee einen weiteren Namen ziehen.

Viel Spaß und viel Glück für die, für die unser Angebot der Kompensation über 1500 $ als Scheck und weiteren 800 $ in Vouchern, insgesamt also 2300 $, interessant ist.

Wir bedauern die Verzögerung sehr, aber hoffen, dass auf diese Art nicht nur Sie nach Hause kommen, sondern auch die Menschen an Bord des anderen Fliegers in Louisville.

Story für Startups: Corporate Identity, Werte & Co

Ein Auslöser, eine Kernidee, ein Team, ein Ziel, Hindernisse, die es zu überwinden gilt … soweit liest sich die Gründungsphase eines Startups oder eines neuen Projektteams wie eine Blaupause für die Entwicklung einer Geschichte.

Definieren Sie den zentralen Wert, schaffen Sie Raum für Identifizierung sowie Klarheit, wie sich für den Klienten dank des Produkts oder der Dienstleistung das Leben ändert, und Sie erhalten Wendepunkt, Transformation, Thema und Charaktere, mit denen sich Stakeholder identifizieren können.

Wozu Story-Prinzipien im Business?
Corporate Identity und Werte

Eine klar kommunizierte Corporate Identity im Inneren ist die Basis für eine erfolgreiche Kommunikation im Außen und für ein engagiertes Team.

Was tun wir und warum tun wir, was wir tun?

Wer sind wir? Wo kommen wir her? Was sind unsere Ziele?

Was sind unsere Werte?

Ein gutes Unternehmen hat einen Wertekanon. Als Mitarbeiter, Unternehmensführung und sonstige Stakeholder können wir uns dafür hinsetzen und zwei Tage lang darüber philosophieren, für welche Werte wir stehen. Macht unsere Arbeit den Menschen freier? Ist Freiheit unser Wert?

Die Krux ist, jeder Mensch definiert Freiheit anders. Liest der eine Freiheit, denkt er finanzielle Unabhängigkeit. Eine andere denkt Freiheit von  Zwängen und das Recht, Arbeitsplatz und -zeit frei zu wählen. Erst indem wir Geschichten erzählen, in denen unsere Werte durch Handlungen, Entscheidungen erlebbar werden, füllt sich dieser Wert mit Inhalt. Mit Taten.

Fragen hat sich jeder bereits gestellt. Papier ist geduldig, und gelabert wird viel. Aber wer hat sich tatsächlich auf die Suche gemacht? Was hat er dabei in sich entdeckt? Welche Hindernisse hat sie überwunden? Und welchen Lösungsweg ist er in der Krise gegangen?

Wir kennen das von Vorstellungsgesprächen:

„Ich bin unter Druck belastbar und kreativ“, behauptet der Bewerber.

„Dann erzählen Sie mir doch mal, wann und wie genau Sie unter Druck kreativ waren“, setzt der Personaler nach.

Stories enthüllen unsre Motivation, unsere bewussten und unbewussten Wünsche. Eine Story blickt an dem Idealbild von uns selbst vorbei auf wie wir in einer Krise oder Entscheidungssituation tatsächlich handelten. Was tun wir, wenn etwas Wesentliches auf dem Spiel steht wie unser Leben, unsere Gesundheit, die Zukunft unserer Mitarbeiter, die Freundschaft eines Kollegen, die Loyalität gegenüber einem Kunden. Und welche Erkenntnis ziehen wir daraus?

In Stories geht es um Taten. Wenn wir den Weg über Geschichten gehen, enthüllen sich uns gelebte Werte, nicht gedachte. Stories zeigen uns, wie ein Mensch wirklich ist, warum er tut, was er tut, und wie sein Handeln zu Änderungen führt. Dasselbe gilt für ein Unternehmen.

Erfahrungskompetenz und Teambuilding 

Wenn erfahrene Partner und Mitarbeiter zusammen kommen, trifft sich ein Schatz an Wissen. Technisches Knowhow sowieso, doch ebenso menschliche Erfahrung. Geschichten bereiten uns auf die Zukunft vor. Denn Stories handeln von Wandel und wie wir mit Konflikten umgehen. Geschichten statten uns mit Wissen und praktischen Handlungsalternativen aus. Sie lassen uns  einen Blick hinter den Vorhang werfen und erzählen uns sogar das Wie und Warum hinter Zahlen und Fakten.

Geschichten sind dazu da, geteilt zu werden. Stories funktionieren über Empathie. Sie lassen uns mit dem Gegenüber identifizieren. Sie schaffen Identität. Geteilte Geschichten stärken uns als Gruppe. Im Team. Im Unternehmen.